Österr. Bildhauerin aus großbürgerlicher Familie. Ihr Vater Hugo Conrat (Cohn)
war befreundet mit Brahms, alle drei Töchter Conrat standen in engster Verbindung
mit den Repräsentanten der musikalischen Moderne Wiens. Ilse C. schuf 1903 das
Grabmal für Johannes Brahms am Wiener Zentralfriedhof, zu dessen pompöser
Aufstellung Busoni über die Künstlerin berichtete, sie stehe hier vor ihrer
„bisher besten Leistung“ (Brief B. an C. vom 23.10.1902). Sie war Mitglied im
Ansorge-Verein und heiratete 1910 den um 30 Jahre älteren preußischen General
Ernst von Twardowski. Als Vizepräsidentin der „Vereinigung bildender
Künstlerinnen“ war sie es, die 1910 die erste Ausstellung „Die Kunst der Frau“ in
der Wiener Sezession veranstaltete. 1914 übersiedelte sie mit ihrer Familie nach
München, wo sie für deren Unterhalt durch Entwürfe für die Keramikfabrik Allach
sorgte. Vor der drohenden Deportation nahm sie sich 1942 das Leben. Der Nachlass
I. Twardowska-Conrat wird im Stadtarchiv München aufbewahrt.
Buchseiten:
S. 485, 487.